Entstehung der Skiloipe Martinskapelle

Während die Skizunft für die Plege der Loipen von der Martinskapelle bis zur Kalten Herberge lediglich als Betreiber zuständig ist, befindet sich die beleuchtete Flutlichstrecke im Eigentum des Vereins. Gebaut wurde diese auf Initiative von Siegfried Weiß im Herbst des Jahres 1966, als erste beleuchtete Trainingsstrecke in der Bundesrepublik. Freilich wäre damals der Bau der ersten 1,1 Kilometer langen Strecke ohne die 1000 freiwilligen Arbeitsstunden von Vereinsmitgliedern nicht möglich gewesen. 

Die große Zahl der Nutzer - 1974 zählte man bereits 13.000 Besucher - zeigte, wie groß das Interesse am Langlauf und am Training nach Feierabend war. Das Forstamt reagierte mit dem Bau der Skihütte für Umkleide und Wachszwecke und die Skizunft erwarb schließlich im Winter 1973/74 mit dem Ratrac die erste eigene Pistenwalze. Damit präparierte man im Auftrag des Forstes eine 20 Kilometer lange Loipe. Diese Trimm-Dich- und Panormastrecke war nach skandinavischem Vorbild (Kamele) vom Forstamt im Gebiet der Martinskapelle angelegt worden.  Notwendig geworden war der Kauf des eigenen Pistengerätes aber auch, weil ein großer Teil des ersten Schwarzwälder Skimarathons über Furtwanger Gemarkung führte und von der Skizunft betreut werden musste. In den folgenden Jahren wurde das Loipennetz zwischen Rohrhardsberg und Kalter Herberge dann ständig erweitert und auf insgesamt 60 Kilometer ausgebaut. 

Doch die kleine Maschine war mittlerweile an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gestoßen: der Verein musste ein neues Pistengerät beschaffen. Mit Hilfe der finanziellen Unterstützung des Staatlichen Forstamtes, der Stadt Furtwangen, dem Schwarzwald-Baar-Kreis, der ARGE-SSM sowie dem Badischen Sportbund, konnte schließlich im April 1979 der Pisten-Bully der Fa. Kässbohrer bestellt werden.

Die Geburtsstunde der Brendspuren

Auf der Fahrt nach Ulm ins Kässbohrer-Werk hatte Peter Grether, der damalige Hauptamtsleiter der Stadt Furtwangen, die Idee mit den "Brendspuren". Und im Herbst 1978 wurde die Arbeitsgruppe "Brendspuren" gegründet. Unter der Federführung von Herbert Dold (EDS) hatte es sich die Gruppe zur Aufgabe gemacht, die Finanzierung und Präparierung des 60 Kilometer langen Loipennetzes zu gewährleisten. Und mit dem "Brendspurenzeichen" wurden zum ersten mal auch die "Nutzer" der Loipen um einen Obulus gebeten. Zur Verdeutlichung hier einige Zahlen: Fahrer Hubert Dorer war mit dem neue Pistenbully im ersten Winter von 13.11.1979 bis 10. April 1980 insgesamt 503 Stunden unterwegs, um das damals 71,5 Kilometer lange Loipennetz einschließlich Winterwege zu pflegen. Zusätzlich war das Neukircher Spurgerät noch weitere 27 Stunden im Einsatz gewesen.

Einschränkungen durch den Natur- und Landschaftsschutz sowie der zunehmend enger werdende finanzielle Spielraum der Abteilung Brendspuren machten es im Laufe der Zeit erforderlich, dass nicht mehr im gewohnten Umgang gespurt werden konnte. Heute umfasst das Loipennetz noch runde 50 Kilometer und die Skiläufer müssen auch mal mit einer schlechteren Spur vorlieb nehmen. Und bei permanentem Schneefall kann es sogar vorkommen, dass gar nicht gespurt wird. Denn jeder Kilometer kostet den Verein jährlich rund 600 €, insgesamt also 30.000 € pro Jahr.

Mit finanziert werden die Spurkosten durch einen jährlichen Zuschuss der Stadt Furtwangen über den Tourismushaushalt in Höhe von 7.500 €,  einen Zuschuss der Staatsforstverwaltung in gleicher Höhe sowie einen kleineren Zuschuss durch die ARGE Fernskiwanderwege. Den Rest schultert der Verein über den Verkauf des Brendspurenzeichen. Die Läufer tragen durch ihre freiwillige Spende in Höhe von 15,00 € beim Erwerb des Brendspurenzeichens maßgeblich mit zum Erhalt der Einrichtung bei. Die Zeichen können bei den Gaststätten rund um die Martinskapelle, bei den Fremdenverkehrsämtern des Ferienlandes sowie durch Einzahlung von 15 € auf das Konto 26026006 bei der Sparkasse Schwarzwald-Baar (694 500 65) erworben werden. Bei Angabe der Adresse im Verwendungszweck auf der Überweisung, werden die Zeichen automatisch zugesandt.