Ehrenmitglied Siegfried Weiß verstorben

SiegfriedWeiß

 

 

Im seinem 80. Lebensjahr verstarb am 13. März 2013 unser Gründungs- und Ehrenmitglied Siegfried Weiß.


Er hat den Verein über alle Grenzen des Schwarzwaldes und Deutschland hinaus bekannt gemacht.

Siegfried Weiß wuchs auf dem Unteren Leimgrubenhof in Gütenbach auf. Die langen Schulwege, die zu Fuß oder im Winter mit Skiern zurückgelegt wurden, waren die ersten Voraussetzungen für seine überragende Sportlerkarriere. Über die Schule wurde er damals an die verschiedenen Sportarten herangeführt und zunächst hatte es ihm eher der Abfahrtslauf angetan, was ihm später auch als Langläufer zugute kam, denn Siegfried Weiß war als sehr guter Abfahrer bekannt.
Er war Gründungsmitglied der Skizunft und nahm bereits 1949 an der ersten Langlaufveranstaltung "Rund um Neukirch" teil, die damals noch gemeinsam mit den Sportfreunden Neukirch ausgetragen wurden. Insgesamt 6 mal konnte Siegfried "Rund um Neukirch" gewinnen.
Im Jahr 1953 ging dann sein Stern am Langlaufhimmel auf, denn damals gewann er seinen ersten Titel als Schwarzwaldmeister bei den Junioren. Es folgten schnell weitere sportliche Erfolge und Siegfried wurde im Schwarzwald und in ganz Deutschland bekannt. In den 50er und 60er Jahren war er einer der Schwarzwälder, die den Skilanglauf in Deutschland dominierten. Seine ersten deutschen Meistertitel gewann er 1957. Insgesamt wurde er in seiner Karriere 9mal Deutscher Meister. Seine Spezialdisziplin war dabei die 50 Km Langstrecke, von der er immer sagte, dass ein 50 km Langlauf erst richtig bei Km 30 beginnt.
Siegfried Weiß war mit seinen großen sportlichen Erfolgen nach Oskar Burgbacher der Nächste, der den Namen der Skizunft überregional bekannt gemacht hat. Ihm und seinen sportlichen Erfolgen hat es der Verein zu verdanken, dass er im Schwarzwald und sogar in ganz Deutschland bekannt wurde. Aufgrund seiner Verdienste für den Verein hat ihn die Skizunft 1974 zum Ehrenmitglied ernannt.
Siegfried Weiß war ehrgeizig und zäh und viele Vereinsmitglieder konnten am eigenen Leib erfahren, welche Ausdauer Siegfried hatte. Anfang der 70er Jahre trainierte er mit dem Vereinsnachwuchs und er kannte jeden Weg und Trampelpfad zwischen der Neueck und Simonswald. Am Sonntag Morgen ging es über versteckte Wege ins Tal hinuntern und wieder zurück zum Hirschen und so mancher Trainingspartner war danach "ganz schön platt", während es Siegfried offensichtlich gar nichts ausmachte, 2 Stunden lang durch Berg und Tal zu laufen.
Aber Siegfried Weiß hat sich nicht nur als aktiver Läufer um den Verein verdient gemacht. Auf seine Anregung hin und unter seiner tatkräftigen Mithilfe wurde 1967 die erste beleuchtete Langlaufloipe im Schwarzwald auf der Martinskapelle gebaut. Er wurde dazu bei einem Trainingslager in Schweden inspiriert, als ihm die Trainingsmöglichkeiten einer beleuchteten Loipe begeisterten.
Er nahm auch später weiterhin am Vereinsleben teil und man konnte ihn bei den Langläufen Rund um Neukirch öfters als Zuschuaer an der Strecke finden und sich mit ihm so manches Mal über die "alten Zeiten" unterhalten. Doch den Fortschritt konnte auch er nicht aufhalten. Als Anfang der siebziger Jahre die Kunststoffski aufkamen und nach einer Weile die meisten Langläufer mit diesen Skiern an den Start gingen, war Siegfried weiterhin von seinen Järvinnen Holzski überzeugt. Bis eines Tages bei einem Staffellauf im Regenwetter auf dem Herzogenhorn alle mit Kunststoffskier an ihm vorbei fuhren. Dieses Erlebnis hat ihn dermaßen frustriert, dass er sich postwenden diese legendären neuen Ski zulegte und schon eine Woche später damit an den Start ging.
Die Skizunft verliert mit Siegfried Weiß ein verdienstvolles Ehrenmitglied, das viel zum Erfolg des Vereines beigetragen hat. Mit seinen sportlichen Erfolgen, aber auch seinem bescheidenen Auftreten hat er den Namen des Vereines weit über die Grenzen des Schwarzwaldes bekannt gemacht. Dafür bedankt sich der Verein auch heute noch.

gez. Franz Kleiser